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DEUTSCH

ARTIST STATEMENT

Meine fotografische Arbeit entsteht aus dem Wunsch heraus, Räume zu schaffen, in denen FLINTA*-Personen ihren eigenen Körper wieder begegnen können – jenseits von Erwartungen, Projektionen oder dem ständigen Blick von außen.

Mit EQUAL NUDE begann eine Praxis, die nah, leise und bewusst verlangsamt ist: Eins-zu-eins-Sessions, in denen Menschen sich entkleiden können, ohne sich preiszugeben. Ich arbeite mit Körpern wie mit Erinnerungen – tastend, respektvoll und mit der Bereitschaft, auch das Unaufgelöste zu bezeugen. Die entstehenden Portraits sind weniger Abbildungen als Echos: Sie halten Momente von Verletzlichkeit, Mut und Selbsterkenntnis.

Im Laufe der Jahre hat sich dieser Prozess vertieft. Nach einer traumatischen persönlichen Erfahrung legte ich die Kamera für zwei Jahre aus der Hand. Die Rückkehr war ein Wendepunkt – und der Beginn von EQUAL NUDE NOIR. Die Ästhetik wurde dunkler, die Bildsprache dichter, die Fragen kollektiver.

In EQUAL NUDE NOIR interessiert mich der Körper als Archiv:
Wo und wie schreiben sich Trauma, Scham oder Zugehörigkeit ein?

Welche Formen kann Heilung annehmen, wenn sie nicht allein, sondern gemeinschaftlich geschieht?

Heute arbeite ich bewusst mit FLINTA*-Gruppen – als Gegenentwurf zur Isolation, als Angebot von Gemeinschaft, Resonanz und empowernder Sichtbarkeit. Der fotografische Prozess wird zu einem sicheren Rahmen, in dem Menschen einander halten, sich spiegeln und erfahren können, was es bedeutet, nicht performen zu müssen.

Die Fotografien – ob hell und intim oder dunkel und atmosphärisch – sind Teil einer fortlaufenden Auseinandersetzung mit Körperwahrnehmung, Identität und der Rolle von Intimität als politischem Raum.

Für mich ist ein Bild niemals ein Endpunkt.
Es ist ein Übergang, eine Möglichkeit, ein Moment von Verbindung.

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